Turn- und Sportverein Aue-Wingeshausen 1912 e.V.

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Lisa Hackler startete bei ihrem ersten internationalen Wettkampf!!!

07.07.2019 Jahnstadion/Bottrop:

Auf diesen Tag hat sich Lisa Hackler schon seit vielen Wochen riesig gefreut und intensiv vorbereitet, schließlich ist es ihr Saison-Höhepunkt schlechthin!Diediesjährigeklasse Freiluft-Form bescherte ihr im Vorfeld prompt zwei Teilnahmen (Diskus und Speer). Es ist bereits die zweite Teilnahme unserer aktiven Trainerin bei den NRW-Meisterschaften (im Jahr 2017 startete sie im Jahnstadion schon einmal, jedoch ausschließlich im Speerwurf).

Die offene Ausschreibung der Meisterschaften im Rahmen der Bottrop-Gala lockte viele nternationaleSportlerinnen und Sportler nach Deutschland. Das bedeutete für Lisa gleichzeitig ihren ersten Start bei einem internationalen Wettkampf! Am Freitag zeigte sich sogar mit David Storl Deutschlands Top-Kugelstoßer auf dem Marktplatz in Aktion.Lisa ging in der starken Frauen-Hauptklasse an den Start, wo sie es fast ausschließlich mit Spezialistinnen zu tun hatte, was die eindrucksvollen Leistungen der Konkurrentinnen zeigten.

Beim Allendorfer Pfingstmeeting konnte sich Lisa mit starker pB von 31,89 m die Norm für den Diskus-Wettbewerb in Bottrop sichern. Beim Blick in die Meldeliste war schnell klar, dass es für sie heute nur drei mögliche Versuche geben wird, das Finale der besten acht Werferinnen war unerreichbar. Die nationalen "Muskelpakete" waren schon allein rein körperlich deutlich überlegen (Lisa fiel im Teilnehmerfeld mit ihrer schlanken Figur regelrecht auf). Die Überlegenheit zeigten sie deutlichbei ihren Würfen, allen voran die drei "Wurfmaschinen" vom TV Wattenscheid, die erwartungsgemäß die Podest-Platzierungen unter sich ausmachten (die Siegerin Julia Ritter erzielte stolze 55,41 m!). Lisa fand heute durch große technische Probleme leider nicht in den Wettkampf und belegte somit in der Endabrechnung den zwölften Platz.Jetzt galt das Motto: Abhaken und den Fokus auf die zweite Disziplin - den Speerwurf - legen.

Lisa packte direkt bei ihrem ersten Freiluft-Start (den Kreis-Einzelmeisterschaften in Kreuztal) mit neuer pB von 39,68 m die Norm. Mit dem Speer ist sie derzeit konstant unterwegs, das zeigten auch die letzten Trainingseindrücke und so verlief bei den NRW-Meisterschaften das Speerwerfen deutlich besser. Doch die Ausgangslage war eine ganz andere Hausnummer: Unter den 19 Teilnehmerinnen befanden sich gleich vier (!) internationale "Raketen" mit richtig starken Meldeleistungen, Lisa wurde auf Position 16 geführt. Direkt im ersten Versuch sprang mit guten 37,39 m die größte Weite heraus. Erwartungsgemäß blieb es auch hier bei drei Versuchen. Die internationalen Sportlerinnen warfen einfach in ihrer eigenen Liga. In diesem hochklassigen Teilnehmerfeld sprang für die Wittgensteinerin ein erfolgreicher Platz zwölf heraus. In der reinen NRW-Wertung landete Lisa sogar auf einem beachtlichen achten Platz.

Für die ersten drei Plätze gingen die nachstehenden Leistungen in die Wertung, die wir nicht vorenthalten möchten:

  1. Maria Andreijczyk (Polen) 58,96 m (Olympia-Vierte Rio 2016)
  2. Elisabeth Gleadle (Kanada) 57,88 m (Siegerin der letzten Panamerikanischen Spiele)
  3. LailaDe Silva (Brasilien) 54,24 m        

So ganz unnahbar waren die internationalen Stars jedoch nicht, ganz im Gegenteil! Eine tolle Begegnung wird Lisa sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben: Mitten im Speerwurf-Wettkampfgeschehen wurde sie von der großgewachsenen Kanadierin Elisabeth Gleadle angesprochen. Völlig verwundert konnten die mitgereisten Wittgensteiner von der Tribüne aus beobachten, wie die beiden in englischer Sprache eine ganze Weile fachsimpelten.

 Bericht / Fotos Bernd Walter

Auch direkt nach dem Wettbewerb nahm sich "Lisa's neue Freundin" ganz spontan die Zeit und stand ohne Star­-Al­lü­renfür ein Foto parat.

Alles in allem war es eine schöne Meisterschaft für Lisa und ein würdiger Saison-Höhepunkt für sie. Lisa konnte die besondere Atmosphäre, das Durchlaufen des Callrooms, die persönliche Athletenvorstellung, den Wettkampf mit den internationalen Sportlerinnen etc. sichtlich genießen. Schon allein die beiden erzielten Qualifikationen für die NRW-Meisterschaften sind ein toller Erfolg!

 

 

 

Nach Jahren der Stagnation geht es steil bergauf

Lisa Hackler startet bei den NRW Open in der Hauptklasse – als einzige Wittgensteinerin in diesem Jahrzehnt

Erndtebrück. Teilnahmen an NRW-Meisterschafen sind für die LG Wittgenstein inzwischen wieder Normalität – zumindest was die Nachwuchsklassen angeht. Auch bei den Senioren ist die LGW meist dabei. Anders sieht es in den Hauptklassen aus. Lisa Hackler startet am Sonntag bei den NRW Open in Bottrop, zwei Jahre nach ihrer ersten Qualifikation im Jahr 2017 – damals "nur" im Speerwurf. Diesmal ist Hackler auch im Diskuswurf dabei. Davor muss man bei der LG gut zehn Jahre zurückblättern zu den Resultaten von Tanja Mengel (Treude), die im Kugelstoß eine gute Rolle spielte.

Die meisten Talente jedoch haben vor dem Übergang zu den Erwachsenen aufgehört. Neu ist das Phänomen nicht, begrenzt auf die LGW und die Leichtathletik ist es auch nicht. "Am häufigsten ist bei der Schwelle von 16 oder 17 Jahren Schluss", weiß Andreas Bernshausen, langjähriger Trainer der LG Wittgenstein. Er ergänzt: "Da ändern sich die Lebensplanung und der Lebensstil, da spielt die berufliche Ausbildung eine große Rolle. Und wenn es dann nicht mehr gut läuft, ist der Frust groß."

Frust nicht an sich herangelassen

Auch an Lisa Hackler ist dies nicht vorbeigegangen. "Sie hat mit Beginn ihrer Ausbildung auch weniger trainiert und hat stagniert. Sie hat aber die Enttäuschung nicht so an sich herangelassen und ist am Ball geblieben", erinnert sich Andreas Bernshausen. Etliche ihrer Bestleistungen stellte die Rüppershäuserin, die jetzt in Erndtebrück wohnt, 2010 und 2011 auf, also im Alter von 14 bis 16 Jahren. Im Blockwettkampf war sie damals sogar bei den Deutschen Meisterschaften dabei.

Danach, als es mit der Ausbildung bei der Sparkasse Wittgenstein losging, wurden die Werte zwar nicht massiv schlechter. Auch nicht besser. 2012 nicht, 2013 bis 2017 auch nicht – und wenn, dann nur sporadisch. Trotz des regelmäßigen Trainings, trotz der Reduzierung vom Siebenkampf auf die Wurf- und Sprungdisziplinen. "'Grundsätzlich will man sich ja immer verbessern, deshalb kann ich nicht sagen, dass mir das egal war. Aber wenn es nicht so lief, habe ich mich auf das nächste Training und den Wettkampf gefreut", sagt Hackler. Ans Aufhören hat sie aber nicht gedacht.

Seit dem vergangenen Jahr geht die Leistungskurve stetig nach oben. Im Kugelstoß verbesserte sie ihre Bestmarke in diesem Monat von 9,67 auf 10,32 Meter, im Diskuswurf von 29,89 auf 31,89 Meter, im Speerwurf von 36,01 auf 39,68 Meter. "Drei Meter, das ist schon einiges", erzählt Hackler stolz.

Im besten Leichtathletik-Alter

All das hat auch mit einer Umstellung im Kopf zu tun. "Als ich eine Zeit mal gar nicht trainiert habe, habe ich gemerkt, wie mir das fehlt. Da war ich dann unausgeglichen", verrät die 24-Jährige. Mittlerweile gibt es wieder mehr Freizeit und mehr Motivation, etwa für Ausdauerläufe oder Heimtraining mit Liegestütz oder mit einer inzwischen angeschafften Langhantel. "Eigentlich sollten wir das immer machen" lacht Hackler: "Aber mit 15 oder 16 Jahren machst du lieber was mit Freunden. Damals habe ich mit Schummeln fünf Liegestütz geschafft, jetzt sind es 15".

"Lisa hat jetzt ein gutes, klares Umfeld. Dazu ist sie im besten Leichtathletik-Alter und talentiert ist sie immer gewesen", wundert sich Andreas Bernshausen nicht über den Aufschwung seiner früheren Athletin. Vor zwei Jahren hat er den Trainerposten an Bernd Walter und Katja Böhl weitergegeben: "Da bekommt sie noch mal neue Impulse, zumal mit Malin Böhl jetzt eine Athletin der Trainingsgruppe zum Landeskader gehört. So etwas spielt auch eine Rolle."

Weitere Verbesserungen hat sich Lisa Hackler vorgenommen, auch für andere Disziplinen. "Im Weitsprung ist das realistisch. Da habe ich die fünf Meter im Training jetzt ein paar Mal geschafft", verrät sie. Nur den Siebenkampf wird sie nicht mehr angehen. "Der ist total spannend, eigentlich das Schönste in der Leichtathletik", sagt die 24-Jährige. "Über die Hürden traue ich mich nicht mehr so, da kann man sich verletzen und muss den Kopf ausstellen können. Es mag komisch klingen, aber ich glaube, da bin ich zu alt für".

NRW-Open werden durch auswärtige Ausnahmekönner aufgewertet

Dass in Bottrop nicht irgendein Wettkampf stattfindet, zeigt der Blick in die Meldeliste. Beim Speerwurf sind insgesamt 22 Athletinnen am Start. Darunter sind nicht nur die Besten im Westen. Gemeldet sind auch Maria Andrejczyk aus Polen, die vor drei Jahren Olympia-Vierte in Rio de Janeiro wurde und die Kanadierin Elizabeth Gleadle, Siegerin der letzten Panamerikanischen Spiele. Star der Leichtathletik-Gala ist David Storl. Der zweifache Welt- und dreifache Europameister tritt im Kugelstoß an, der in der Bottroper Innenstadt als "Marktplatzstoßen" ausgetragen wird."

Bericht: Florian Runte

Fotos: Peter Kehrle